Das weiße Kleid | Über den Mut, trotzdem loszugehen

Das weiße Kleid | Über den Mut, trotzdem loszugehen

Eigentlich hätte sie zu Hause bleiben können.
Nach dieser Woche sogar mit gutem Grund.
Niemand hätte gefragt. Niemand hätte etwas erwartet.

Doch stattdessen zog sie das weiße Kleid an.
Nicht weil alles leicht war.
Sondern weil es das nicht war.

Sie fuhr los.
Ein kleines Fest. Ein See. Ein Eis am Brunnen.

Als sie den Mann bemerkte, wollte sie eigentlich schon wieder nach Hause.
Er wirkte traurig.
Und für einen Moment regte sich Widerstand in ihr.
Nicht, dass daraus jetzt auch noch eine Aufgabe wird.

Doch dann blieb sie.

Sie genoss den Augenblick. Den Sommerabend. Das Eis. Das Leben.
Und ohne etwas zu tun, wurde der Raum weiter.
Groß genug für sie beide.

Dann geschah etwas.

Er atmete auf.
Als würde etwas von ihm abfallen, das er viel zu lange getragen hatte.

Es folgte ein Satz.
Eine Antwort.
Ein Gespräch.

Und plötzlich verging die Zeit.
Sie sprachen über das Leben.
Über Wege.
Über Dinge, die man nur erzählt, wenn man vergessen hat, auf die Uhr zu schauen.

Und in dieser vergessenen Zeit lag etwas Vertrautes.
Etwas, das viele von uns längst vermissen.

Und egal, wie dieser Abend endete:
Genau so sollte er sein.

Ein ganz gewöhnlicher Freitag.
Mit einem Eis in der Hand.
Und dem Mut, trotzdem loszugehen.

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